Kompetenzprofile

Kompetenzprofile beschreiben, welches Wissen und welche Fertigkeiten Fachkräfte zur Erfüllung ihrer Aufgaben benötigen. Sie bieten Orientierung für alle, die mit Qualifizierung im Bereich der Frühen Hilfen befasst sind.

Grundständige Ausbildungen ermöglichen Fachkräften die Erfüllung ihrer Aufgaben innerhalb ihrer jeweiligen Profession. Ärztinnen und Ärzte zum Beispiel werden dort befähigt, Patientinnen und Patienten zu behandeln – Sozialpädagoginnen und -pädagogen werden zum Beispiel auf ihre Aufgaben im Rahmen der Jugendhilfe vorbereitet.

Die Beteiligung an Netzwerken Frühe Hilfen verlangt den jeweiligen Professionen oft mehr ab, als ihnen in grundständigen Ausbildungen oder Studiengängen regulär vermittelt wird. So sind etwa Kompetenzen interdisziplinärer Zusammenarbeit oder Gesprächsführungskompetenzen (z.B. um Eltern in belastenden Situationen zur Hilfeannahme zu motivieren) nicht immer fester Bestandteil jeder grundständigen Ausbildung in den an Frühen Hilfen beteiligten Professionen.

Die im NZFH entwickelten berufsspezifischen Kompetenzprofile beschreiben Kompetenzen, die die jeweiligen Professionen in ihrer Arbeit in den Frühen Hilfen benötigen. Dabei werden auch grundständig erworbene Kompetenzen genannt, die bei Aufgaben in den Frühen Hilfen in veränderter Form zur Anwendung kommen.

Die Profile sind ausgerichtet nach dem Deutschen Qualifikationsrahmen für lebenslanges Lernen (DQR), der die Vorgaben des Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR) für die Bundesrepublik umsetzt. Erfahrungen der Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte (WIFF) fließen dabei ein.

In den Kompetenzprofilen sind konkrete Handlungsanforderungen im Sinne charakteristischer Aufgaben formuliert, die Fachkräfte aktiv in ihrer beruflichen Praxis gestalten und professionell zu bewältigen haben. Entlang dieser Handlungsanforderungen sind entsprechende Kompetenzen bestimmt. Durch die Unterscheidung von Fachkompetenzen (Wissen und Fertigkeiten) sowie Personalen Kompetenzen (Sozialkompetenz und Selbstkompetenzen wird eine besonders konkrete und kontextspezifische Bestimmung von Kompetenzen ermöglicht.

Kompetenzprofile enthalten keine methodischen oder didaktischen Hinweise. Sie sind keine Curricula sondern Referenzrahmen für Qualifizierung – unabhängig davon, ob diese in einer Fortbildungsveranstaltung oder durch berufsbegleitendes Lernen erweitert wird.

Für die Erarbeitung eines Kompetenzprofils stellt das NZFH jeweils eine Gruppe von ausgewählten Expertinnen und Experten zusammen, die Erfahrungen aus Wissenschaft und Praxis einbringen können. Beteiligt werden Berufsverbände und diejenigen, die Vertreterinnen und Vertreter der jeweiligen Profession beschäftigen, fortbilden oder fachlich begleiten. So wird gewährleistet, dass umfangreiches Wissen über die jeweilige Profession aus verschiedenen Perspektiven eingebracht werden kann, verbunden mit dem Anliegen, eine hohe Akzeptanz des Kompetenzprofils innerhalb der Fachpraxis zu erreichen.

Das NZFH plant die Entwicklung von berufsbezogenen Kompetenzprofilen (z.B. für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte). Die AG Qualifizierung des Beirats des NZFH arbeitet an der Beschreibung interdisziplinärer Kernkompetenzen, die für alle Berufsgruppen in den Frühen Hilfen eine Rolle spielen.

Auch im Rahmen der „Bundesinitiative Frühe Hilfen“ wurden Kompetenzprofile entwickelt. Diese sind: Familienhebammen (veröffentlicht 2012), Netzwerkoordinatorinnen und -koordinatoren (veröffentlicht 2013), Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen und -pfleger (veröffentlicht 2014).

Empfehlungen zu Basiskompetenzen in den Frühen Hilfen – Beitrag des NZFH-Beirats

Der Beitrag der Arbeitsgruppe (AG) „Qualifizierung" des NZFH-Beirates beschreibt Basiskompetenzen in den Frühen Hilfen von Berufsgruppen, die in ihrem professionellen Kontext mit Familien und deren Kleinkindern zusammenarbeiten. Die Empfehlungen sind als Reflexionsfolie für Anbieter von Fort- und Weiterbildungen gedacht.

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