DJI OnlineThema 2014/01: Traumziel Deutschland: Kinder auf der Flucht

Der erste Online-Schwerpunkt des Deutschen Jugendinstituts (DJI) in 2014 beschäftigt sich mit dem Thema „Kinder auf der Flucht“. Die Zahl Kinder und Jugendlichen, die mit ihren Familien in Deutschland aus unterschiedlichen Gründen Zuflucht suchen, wächst rasant. Für die Fachkräfte ist es oft schwierig, den zum Teil schwer traumatisierten Kindern im familiären Umfeld Hilfe zukommen zu lassen. Ziel ist es, das Augenmerk auf die Lebenssituation dieser jungen Menschen zu lenken und Hilfemöglichkeiten aufzuzeigen.

Auf der Seite des Deutsches Jugendinstituts legen Experten und Expertinnen unterschiedliche Facetten der Thematik „Traumziel Deutschland: Kinder auf der Flucht“ dar:

NORBERT STRUCK (Paritätischer Wohlfahrtsverband) plädiert unter der Überschrift „Begleitete minderjährige Flüchtlinge – kein Thema für die Kinder- und Jugendhilfe!?“ mit Nachdruck dafür, dass sich die Kinder- und Jugendhilfe aktiver für die Unterstützung minderjähriger Flüchtlinge einsetzt. Sein Vorschlag: Der nächste Kinder- und Jugendbericht solle unter das Thema „Kinder, Jugendliche und Familien in der Einwanderungsgesellschaft Deutschland“ gestellt werden.

CHRISTIAN PEUCKER (Abteilung Jugend und Jugendhilfe des DJI) befasst sich mit der Ausgangslage und den Potenzialen der Kinder- und Jugendhilfe in Hinblick auf Kinder, Jugendlichen und Familien mit einem Flüchtlingshintergrund. Da der Aufenthaltsstatus dieser Kinder meist nicht eindeutig geklärt ist, haben sie häufig kein Recht, Unterstützung durch die Kinder- und Jugendhilfe in Anspruch zu nehmen.

Aspekte zu „Flüchtlingsfamilien, Hilfebedarf und Gefährdung des Kindeswohls“ stellt DR. HEINZ KINDLER (Leiter der Fachgruppe Familienhilfe und Kinderschutz, DJI), dar. Nach Maßgabe der UN-Kinderrechtskonvention ist das Wohl vieler Kinder, die mit ihren Familien nach Deutschland geflohen sind, in verschiedentlicher Hinsicht gefährdet. Beim Bemühen, Abhilfe zu schaffen, ist – nicht zuletzt vor dem Hintergrund möglicher institutioneller Diskriminierung – Fingerspitzengefühl gefragt.

DR. ANTONIA SCHOLZ (Internationales Zentrum Frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung, DJI), hat die Herkunftsländer der Flüchtlingskinder im Blick. 2012 baten in Deutschland 64 Prozent mehr begleitete Flüchtlingskinder und Jugendliche mit ihren Familien um Schutz als im Vorjahr. Neben die am häufigsten vertretenen „traditionellen“ Herkunftsländer im deutschen Asylgeschehen – Irak und Afghanistan – ist Syrien getreten.

Mit der Thematik „Empirie, Forschungsstand und Forschungsbedarf zu begleiteten Flüchtlingskindern in Deutschland“ setzt sich SUSANNE JOHANNSON (komm. Leiterin der Fachgruppe Politische Sozialisation und Demokratieförderung (Deutsches Jugendinstitut) auseinander. Sie stellt einzelne wissenschaftliche Studien, deren Erkenntnisse zur Wohn- und Bildungssituation von Flüchtlingskindern, zur materiellen Versorgung, zum körperlichen und seelischen Wohlbefinden sowie zur Freizeitgestaltung zusammenfassend dar.