DJI Online Thema 2012/08: AID:A-Befunde zur Lebenssituation alleinerziehender Mütter

DJI Online Thema 2012/08: AID:A-Befunde zur Lebenssituation alleinerziehender Mütter Auf seiner Themenseite Nr. 2012/08 widmet sich das Deutsche Jugendinstitut (DJI) dem Schwerpunktthema AID:A-Befunde zur Lebenssituation alleinerziehender Mütter. Darin wird u.a. festgestellt, dass die Zahl der Sorgerechtsentzüge, gemessen an der Zahl aller Kinder, mit insgesamt etwa 12.000 Fällen konstant auf einem recht niedrigen Niveau liegt.

Betrachtet werden bei diesem Schwerpunktthema folgende Aspekte: 

  • Einkommen und Bildungsabschlüsse
  • Kinderzahl und Alter
  • Zeitverwendung und -gestaltung
  • Belastung und Zufriedenheit
  • Vernetzung mit Freunden und Familie

In einem Interview beantworten Dr. Inga Pinhard und Dr. Sabina Schutter Fragen zum Thema „Ökonomische Risiken von Frauen“. Ein Beitrag von Prof. Dr. Holger Ziegler von der Universität Bielefeld befasst sich mit dem Thema „Ein-Eltern-Familien – Ein Problem für gelingendes Aufwachsen?“. Dem folgenden Beitrag geht es vor allem um die Analyse der Frage, ob das Fehlen einer zweiten erwachsenen Person bei Reproduktions- und Caretätigkeiten ein Problem im Sinne einer Einschränkung der Möglichkeiten eines guten Aufwachsens für Kinder darstellt. Während die Einsicht, dass Ein-Eltern-Familien überproportional häufig materiellen Problemlagen ausgesetzt sind, als unstrittig vorausgesetzt wird, geht der Beitrag der Frage nach, inwiefern in Ein-Eltern-Familien ein erhöhtes Ausmaß an kulturellen Lebensführungsproblemen vermutet werden kann.

Die Redakteurin Susanne John zieht folgendes Fazit zu diesem Thema: Alleinerziehende – zu 90 Prozent sind es Frauen –, die gut vernetzt sind und Unterstützung bei Freunden und Verwandten finden, geht es im Großen und Ganzen nicht weniger gut oder schlecht als Müttern mit Partner im selben Haushalt. Das größte Risiko aber bleibt ohne Zweifel die drohende Armut nach einer Trennung. Ein Risiko, das vor allem die Frauen tragen – und damit letztlich auch die Kinder betrifft. Und von Müttern allzu leichtfertig unbedacht bleibt, wenn das berufliche Arrangement nach der Geburt eines Kindes lautet: Mann Vollzeit, Frau Teilzeit. Eine Entscheidung, die im Rentenalter, aber eben auch im Trennungsfall unerwünschte Folgen nach sich ziehen kann.