Thema: Wie gestalten Sie in den Netzwerken die Partizipation von Eltern?

Auswertungszeitraum: 04. Juni bis 17. Juni 2013

 

Schlaglicht auf die Diskussion:
Lebendiges Lernen statt „theoretischer Schwimmkurs“: Aktive Beteiligung der Eltern ist Voraussetzung für gelingende und nachhaltig wirksame („befähigende“) Lernprozesse. Bei den professionellen Unterstützer/innen setzt dies eine wertschätzende, ressourcenorientierte Haltung voraus.

Beteiligung fördert nachhaltige Lernprozesse
„Die Beteiligung der Eltern muss zu einem wesentlichen Merkmal der Qualitätsstandards der Netzwerke Frühe Hilfen in den Kommunen ausgewiesen werden!“ Mit diesem Statement von der Diskutantin aus Brandenburg a.d. Havel startet die Diskussion zur Beteiligung von Eltern. Warum ist es so wichtig, Eltern aktiv in die Konzeption und Umsetzung der Unterstützungsangebote einzubeziehen? Der Diskutant aus dem Ostalbkreis ist überzeugt, dass effektive Lernprozesse bei Eltern, die auch Konsequenzen für den Alltag haben, nur möglich sind, wenn diese aktiv teilhaben und Erfahrungen sammeln können: „Da entstehen positive Gefühle von Selbstwirksamkeit, die sich immer öfter einstellen, vor allem wenn man etwas bewegt/bewegen kann, mit der Tendenz zur Wiederholung.“ In einem späteren Beitrag bestätigt ein Diskutant aus Hannover diese Sichtweise und ergänzt diese um folgenden Aspekt: Bildungs- und Informationsangebote für Eltern, ohne ihnen gleichzeitig die Möglichkeit zur aktiven Teilhabe zu bieten, ähnelten einem „theoretischen Schwimmkurs, dessen Theorie dann privat im realen Wasser umgesetzt werden soll“. Dies könne nicht gelingen.

Was macht erfolgreiche Elternarbeit aus?
Für einen weiteren Beteiligten beginnt Elternarbeit „beim allerersten konzeptionellen Gedanken an ein Projekt“, ist also fester Bestandteil des Angebotes. Von einer Diskutantin aus Mühlheim/Ruhr betont die Bedeutung einer ressourcenorientierten Sichtweise: „Wenn es den Eltern gut geht, geht es dem Säugling auch gut.“ Die Familienhebammen in Mühlheim/Ruhr leisteten in diesem Sinne „Hilfen zur Beziehung“. Ganz in diesem Sinne betont ein Diskutant aus dem Ostalbkreis in einem Beitrag, dass die „Befähigung“ der Eltern  besonders wichtig sei und man von den jeweiligen Ressourcen und Möglichkeiten ausgehen müsse, indem „Eltern zuallererst in ihrer Rolle als Eltern und nicht als Migranten oder als solche mit erzieherischem Bedarf gesehen werden“. Diese Befähigung sei eine wichtige Voraussetzung für aktive Beteiligung der Eltern. Ein aus Hannover eingestelltes Arbeitspapier „Prinzipien der Elternarbeit“ bündelt auf einer kompakten Seite zahlreiche Aspekte der Diskussion – von der ressourcenorientierten, wertschätzenden Haltung („Eltern sind Experten“) bis zur aktiven Beteiligung der Eltern in allen Phasen der Planung und Umsetzung. 

Weiterer Diskussionsbedarf
Mehrere Programme der Elternbildung werden in  der Diskussion angesprochen und werfen die – im Rahmen der Diskussion nicht thematisierte – Frage auf, wo Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede der verfolgten Ansätze liegen. In der Online-Diskussion dominieren die Gemeinsamkeiten der Diskutant/innen, so dass Beteiligter zwischendurch fragt: „Wie kommen wir jetzt in eine Diskussion, einen Dialog zum Thema?“ Ein weiterer Diskutant merkt an, eine gewisse Zurückhaltung bei der Diskussion zum Thema sei nicht überraschend, denn „hier kann man schnell was (vermeintlich) Falsches sagen oder machen“. Doch gerade in der systematischen Auseinandersetzung mit Fehlern liege ein großes Verbesserungspotenzial.

Die Zusammenfassung der Diskussion zum Herunterladen:

Weitere Diskussionen:

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