Thema: Welche Erfahrungen sammeln Sie mit dem Einsatz von Familienhebammen und vergleichbaren Gesundheitsfachberufen in den Frühen Hilfen?

Auswertungszeitraum: 29. Mai bis 27. Juni 2013

 

Schlaglicht auf die Diskussion:
„Da gibt es noch viel Diskussionsbedarf“: Familienhebammen und Familien-Kinderkrankenschwestern leisten wertvolle Beiträge zur frühzeitigen Unterstützung von Familien. Sie sind aber vielerorts noch nicht oder nicht ausreichend vertreten. Woran liegt das? Wie können günstigere Rahmenbedingungen aussehen? Und (wie) können Ehrenamtliche die Arbeit unterstützen?

Familienhebammen: Hilfreich, aber (zu) selten
Der Einsatz von Familienhebammen kann sich förderlich auf die unterstützten Familien auswirken– in diesem Punkt sind sich alle Diskutant/innen einig. Die Herausforderung steckt in den Umsetzungs-Details. Eine Teilnehmerin aus Erfurt berichtet, es sei schwierig, Hebammen „für die Tätigkeit als Familienhebammen zu gewinnen“ und schließt die Frage an, ob dies in anderen Kommunen ähnlich sei. Mehrere Diskutant/innen bestätigen dies: Bedarf ist vorhanden, qualifizierte Familienhebammen stehen aber nicht in ausreichender Anzahl zur Verfügung. Das die aktive Rekrutierung sich nicht einfach gestaltet, wird auch von den Diskutant/innen aus Bayern berichtet. Die dortige Koordinierungsstelle Kinderschutz veranstaltete eine Info-Veranstaltung „für die 46 Hebammen in unserem Landkreis, (...) zu der allerdings nur 2 Hebammen kamen.“ Was kann getan werden, um die Tätigkeit attraktiver zu machen? Über Qualifizierungen, die Anhebung der Honorarsätze und Tandem-Einsätze gemeinsam mit Kinderkrankenschwestern versucht man beispielsweise in Essen, ein attraktives Arbeitsumfeld für Familienhebammen zu schaffen.

Finanzielle Anreize, Transparenz und Qualitätskriterien sind notwendig
Ein Dreh- und Angelpunkt der Diskussion ist immer wieder das Geld: Die Diskutant/innen tauschen sich über die uneinheitlichen Honorarsätze für die Arbeit der Familienhebammen aus und sprechen als einen möglichen Hinderungsgrund für die Qualifizierung zur Familienhebamme oder –kinderkrankenschwester an, dass diese die Kosten der Zusatzausbildungen in der Regel selbst tragen müssen. Zusammen mit der intransparenten und uneinheitlichen Honorarstruktur ist dies möglicherweise ein Grund, das sich viele Interessierte nicht auf dieses Wagnis einlassen. Um hier mehr Transparenz und Verlässlichkeit zu schaffen, plädiert ein Diskutant aus dem Ostalbkreis dafür, zügig gesetzliche Regelungen und tarifliche Einordnungen für Hebammen zu schaffen, die sich als Familienhebammen fortbilden lassen und eingesetzt werden. Eine andere Diskutantin weist darauf hin, dass auch verbindliche Qualitätsstandards für den Einsatz von Familienhebammen noch fehlen.  Für die gemeinsame Entwicklung solcher Qualitätsstandards könnte die kommunale Austauschplattform Frühe Hilfen ein geeigneter Ort darstellen. Eine Diskutantin aus Duisburg weitet die Perspektive, indem sie als Mitarbeiterin einer staatlich anerkannten Konfliktberatungsstelle für Schwangere anregt, Mittel der Bundesinitiative auch für die Arbeit freier Träger zur Verfügung zu stellen.

Weitere Berufsgruppen
Hebammen sind nicht die einzige Berufsgruppe, die mit familienbezogenen Zusatzqualifikationen kommunale Unterstützungskonzepte umsetzen. Mehrere Beiträge beschreiben gute Erfahrungen mit dem Einsatz von Familien-Kinderkrankenschwestern bzw. Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen. Der Diskutant aus dem Ostalbkreis berichtet, dass Familien-Kinderkrankenschwestern in enger Anbindung an andere Beratungsangebote für werdende und junge Eltern bereits tätig werden können, bevor massive Erziehungs-„Defizite“ manifest sind. Eine Kollegin aus Berlin sieht hierin eine gute Chance, die Versorgungsstrukturen in ländlichen Räumen weiter zu entwickeln und die Eltern und Kinder über das dritte Lebensjahr (dem Ende der „Frühen Hilfen“) hinweg zu begleiten. Sie sieht dies als einen guten Ansatzpunkt für den Aufbau von kommunalen „Präventionsketten“, welche Unterstützungsangebote im Lebensverlauf koordinieren.

Ehrenamtliche
Zusätzlich zu den Familienhebammen und –krankenschwestern können auch Ehrenamtliche die Familien begleiten und   gut geschult – eine wertvolle Ergänzung und Unterstützung der „professionellen“ Arbeit sein. Aus Essen wird berichtet, dass dort Ehrenamtliche über das Wellcome-Projekt eingebunden werden (www.wellcome-online.de): „Unsere Erfahrungen sind sehr positiv, man benötigt aber viel Engagement und intensive Netzwerkarbeit.“ Ein weiterer Mitdiskutant sieht in der Ehrenamtsarbeit „viel Potenzial“, aber ebenso „viel viel Arbeit“ wenn es beispielsweise darum gehe, die Ehrenamtlichen für junge Familien „sichtbar und damit verfügbar“ zu machen.

Die Zusammenfassung der Diskussion zum Herunterladen:

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