Thema: Welche Qualifizierungsbedarfe haben Sie, um gelingende Netzwerkarbeit zu gestalten?

Auswertungszeitraum: 29. Mai bis 22. Juni 2013

 

Schlaglicht auf die Diskussion:
„Wir müssen Lernprozesse initiieren“: Netzwerkarbeit ist anspruchsvoll, die Qualifizierungsbedarfe in diesem Arbeitsfeld sind vielfältig. Die Diskussion zeigt auf, dass nicht nur die Netzwerk-Koordinator/innen Unterstützung benötigen, sondern auch die (künftigen) Partner und Partnerinnen der Netzwerke möglichst systematisch sensibilisiert, informiert und fortgebildet werden müssen.

Die Beiträge in der Diskussion um Qualifizierungsbedarfe für gelingende Netzwerkarbeit verdeutlichen, dass Qualifizierungsbedarf auf (mindestens) zwei Seiten besteht: Sowohl bei den Koordinatorinnen und Koordinatoren der Netzwerke als auch bei den Partnern in den Netzwerken – und bei denen, die es werden sollten.

Die (künftigen) Netzwerkpartner informieren und qualifizieren

Oft sind die Netzwerke und vor allem die zentralen Anliegen der Frühen Hilfen bei diesen Akteuren wenig oder noch gar nicht bekannt. Es wird von positiven Erfahrungen berichtet, diese Themen im Rahmen der  Lehrerausbildung in einer Pädagogischen Hochschule einzubringen: „Vor allem die Kindheitspädagogen und die jungen Lehrer interessieren sich dafür.“ Besonders bedeutsam sei es, den Perspektivwechsel vom Kinderschutz hin zur frühzeitigen Unterstützung zu fördern, etwa durch die Fortschreibung der Ausbildungs-Curricula.

Weiter wird berichtet, dass er bei Fortbildungsveranstaltungen für Kita-Mitarbeiter/innen oft feststellen müsse, dass zwar ein großes Interesse am Thema bestehe, aber grundlegende rechtliche Grundlagen nicht bekannt seien, z.B. der § 8a im SGB V (Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung).

Dieser Informations- und Fortbildungsbedarf besteht auch bei den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten, unterstreicht eine Diskutantin aus Kassel: Die Netzwerke Frühe Hilfen, deren Materialien und Akteure sollten unbedingt in die „Ausbildung, Weiterbildung und Fortbildung von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten, zumindest der Allgemeinmedizin und der Kinder- und Jugendmedizin“ Eingang finden. Als Reaktion auf diesen Beitrag wird vorgeschlagen, einen „Standard für Vorträge in ärztlichen Gremien zu entwickeln, (...) damit dort verstanden werden kann, um was es zwischen Frühen Hilfen und Kinderschutz ankommt“.

Es wird auch angesprochen, dass auch die Netzwerkpartner in den kommunalen Netzwerken Frühe Hilfen kontinuierlich fortgebildet werden müssen. Am Beispiel des Landes Brandenburg werden verschiedene Kompetenzträger aufgezählt, die dies übernehmen können. Neben den Koordinierungsstellen der lokalen Netzwerke seien dies beispielsweise auch die Fachstellen zum Kinderschutz, die Landeskoordinierungsstellen oder „ausgewiesene Kompetenzzentren der Bundesländer“ an Universitäten und Fachhochschulen.

Kompetenzen der Netzwerk-Koordinator/innen stärken
In den Diskussionsbeiträgen werden verschiedene Qualifizierungsbedarfe für Netzwerk-Koordinator/innen genannt, die sich wesentlich auf die Verstetigung und Entwicklung des Netzwerkes richten. Eine Diskutantin aus führt auf, dass es für eine nachhaltige und transparente Netzwerkarbeit wichtig sei, Qualifikationen in Prozessplanung und der Moderation von Großgruppen zu vermitteln. Aus Erfurt wird berichtet, dass die Netzwerkpartner/innen aus Erfurt vor allem die Themen „Datenschutz“ und „Austausch von Informationen“ als relevant bewerten.

Die Zusammenfassung der Diskussion zum Herunterladen:

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