In Rheinland-Pfalz sind alle Kommunen im Boot

Zum Start der Bundesinitiative Frühe Hilfen ist die Ausgangsposition in Rheinland-Pfalz hervorragend: In allen Kommunen gibt es Netzwerke Frühe Hilfen, denn das 2008 in Kraft getretene Landeskinderschutzgesetz regelt verbindlich deren Einrichtung.

Die Jugendämter erhalten seitdem jährlich 1,4 Millionen Euro aus Landesmitteln für die lokale Netzwerkarbeit. Durch die Mittel der Bundesinitiative bekommt die Weiterentwicklung zusätzlich Dynamik: Alle Kommunen haben 2013 einen Förderantrag gestellt. Das Land will die Impulse nutzen und die Zusammenarbeit von Jugendhilfe und Gesundheitssystem stärken.

Bislang galt ein breitenwirksamer Ansatz zur Qualifizierung von Hebammen. Das Kompetenzprofil des NZFH erfordert jetzt sowohl die Konzipierung von Aufbaukursen für die rheinland-pfälzischen Absolventinnen als auch die Entwicklung einer Grundqualifizierung.

Die Brückenkompetenz der Gesundheitshilfe wird systematisch gestärkt: In allen Kliniken mit geburtshilflicher Abteilung soll der Einsatz von Familienhebammen über die Initiative »Guter Start ins Kinderleben« gefördert werden. Im Mittelpunkt steht das Aufgreifen von Belastungssituationen von Familien, um ihnen Unterstützung anbieten zu können, bevor Krisen entstehen. Ein Erhebungsbogen wurde bereits während der Modellphase entwickelt und in den Geburtskliniken eingesetzt. Außerdem werden Fachkräfte im Erkennen von Belastungssituationen und für Gespräche mit Eltern geschult.

Aktivitäten der letzten Monate: Intensive Beratung von Kommunen und Geburtskliniken zur Bundesinitiative; Informationsveranstaltung für Jugendämter zum Einsatz von Familienhebammen; Beratertage, Inhouse-Veranstaltungen, Workshops zu »Guter Start ins Kinderleben«; Qualifizierungskonzepte für Hebammen und vergleichbare Gesundheitsberufe, erster Aufbaukurs für derzeitige Hebammen (Bild) u.v.m.

Geplante Aktivitäten: Kick-off-Veranstaltung für neue Geburtskliniken; Grundqualifizierung: gemeinsamer Kurs für Hebammen und vergleichbare Gesundheitsberufe (Kinderkrankenschwestern bzw. -pfleger); 

Landestreffen der Netzwerk-Koordinierenden mit dem Schwerpunkt Familienhebammen; Präsentationsordner für Kliniken und Hebammen.

Mehr:

www.lsjv.rlp.de/kinder-jugend-und-familie/servicestelle-kindesschutz
www.mifkjf.rlp.de